Der Independent Softdrink Blog

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Glas- oder Plastik?

  • Sep 23 / 2013
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Glas- oder Plastik?

Keine Frage – wenn es draußen heiß ist, oder in der Disko der Schweiß von der Decke tropft, macht man schonmal Kompromisse, wenn es um eine Cola geht. Da reicht kurzfristig auch eine dubiose Wabbel-Plastikflasche vom Dönerladen oder eine 0,1l Pfütze mit einem halben Kilo Eis für 12,50€. Aber hat man einmal etwas Ruhe – und Muße,  sich wirklich bewusst damit auseinanderzusetzen, fragt man sich bei seiner Lieblingscola (oder Limo – auch wenn wir das hier nicht getestet haben):

Lohnt es sich, den Kram in Glasflaschen nach Hause zu schleppen?
Die einfache Antwort von uns: Ja, das tut es!
Jedenfalls, wenn es um Geschmack (und wie wir finden) Optik geht.

Der Testaufbau sah so aus: Wir nahmen die bei uns am besten bewertete Cola (Coca Cola – auch wenn wir kein Geld für Markennennung bekommen) und probierten blind, ob wir zuordnen könnten, worin die Cola wohl die letzten Tage verbracht hat.

Glas, Plastik, Dose

Im Test waren bei uns hierbei diese „Gefäße“:

  • Glasflasche 0,33l (Kronkorken-Verschluss)
  • Glasflasche 0,5l (Plastik-Drehverschluss)
  • Plastikflasche 1l
  • Dose 0,33l

Das Erstaunlichste ist dabei, dass es absolut kein Problem darstellt, die einzelnen „Verpackungen“ zu erraten. So schmeckte es uns im Einzelnen:

Die Dose

So sieht es in der Werbung aus: Bei schwülem Wetter perlt das Wasser von der eiskalten, gerade von schönen Menschen aus einem Automaten gezogenen Softdrinkdose. Beim Öffnen zischt es. Die Dose wird zum Mund geführt und jeder einzelne Tropfen des „kühlen Nasses“ rinnt die Kehle hinunter.

Wir mussten allerdings feststellen, dass es für die schönen Menschen recht hilfreich ist, dass sie keinen Vergleich zu anderen Getränkebehältern hatten, denn sonst wäre ihnen wahrscheinlich auch aufgefallen, dass die Dose wirklich nach Blech schmeckt. Wer’s nicht glauben will: einfach mal einen kleinen Test starten. Auffälliger gehts kaum. Im Vergleich scheint es einem, als ob man an einer rostigen Badezimmerarmatur nuckelt. Ein Glück, dass sich wenigstens die Kohlensäure in der Dose wohl zu fühlen scheint: Es perlt wie am ersten Tag.

Geschmack: schlecht (Heavy Metal)
Kohlensäure: fabelhaft
Fazit: naja – besser als eine Ohrfeige im Dunkeln

Plastikflasche 1l

Die „gute alte“ 1l Plastikflasche stellt heutzutage einen Kompromiss zwischen „will kein Glas schleppen“ und „möchte trotzdem eine schöne Flasche in der Hand halten“ dar. Zunehmend wird auch sie von den dickeren, aber dünnwandigeren Mehrliter-Flaschen verdrängt. Schade! Denn durch die Stabilität der 1l Flasche eignet sie sich problemlos als Nahkampfwaffe. Der typische „stumpfe Gegenstand“ als Mordwaffe in einem Tatort könnte durchaus eine volle 1l Flasche gewesen sein. Das soll mal einer mit einer 2l oder gar 3l Flasche probieren: „Oberkommissar Glockner, wir haben hier jemanden, dem platzte eine 2l Flasche am Kopf“, hieße es da. Gut für die Kriminalstatistik – schlecht für die Flasche.

Geschmacklich ist ein feiner Kunststoffgeschmack nicht zu leugnen – auch wenn er nicht so krass wie die Rostfahne der Dose ausfällt. Und die Kohlensäure bleibt auch nicht ganz so schön ganz so lange in der Flasche. Aber zur Verteidigung muss man natürlich auch darauf hinweisen, dass eine größere Flasche rein technisch schneller Kohlensäure verliert als eine kleine.

Geschmack: erträglich (Plastiknote)
Kohlensäure: ok
Fazit: Solide Variante für Feiern und Großfamilien, die nicht eine X-Liter-Big-Pulp-Variante wollen

Glasflasche 0,33l (Kronkorken)

Da ist sie nun: Die erste „gefühlt richtige“ Cola-Flasche. Glas. Sowas hat man früher bekommen, wenn man eine Cola bestellte. Das war für viele von uns die Zeit, in der man auch einen Scheibe Mortadella beim Fleischer bekommen hat, wenn man artig war. Da kommen Erinnerungen hoch – und die Flasche fühlt sich top an. Schwer. Da steckt Qualität drin. Oder?

Für die Haptik und die Form der Flasche gibt es eine 1 mit Sternchen. Hier schwabbelt nichts. In der Hand liegt die Flasche auch perfekt. In irgendeinem „Geschichte der Cola“-Buch stand einmal: „die Pulle mit dem schönen Hintern“. Und ohne weiter auf Genderthematiken einzugehen: es stimmt.

Kohlensäure hält die Flasche ebenfalls exzellent. Und das Öffnen der Flasche mit dem klassischen „Zisch“ treibt jedem Produktdesigner die Tränen in die Augen.

Aber der Geschmack? Wir wollten es nicht glauben, aber gerade bei dieser Variante mit Kronkorken war eine eindeutige Geschmacksveränderung festzustellen. Dabei hat die Cola ja nur an einer kleinen Stelle überhaupt Kontakt zu dem Korken. Ersaunlich also: Geschmack könnte etwas besser sein.

Geschmack: Gut (na vielen Dank, Kronkorken!)Kohlensäure: Exzellent – gefühlt bleibt alles in der Flasche, was da reingehört
Fazit: Gut++

Glasflasche 0,5l mit Plastikverschluss

Nach der kleinen Enttäuschung durch die hübscheste aller Flaschen mit dem Kronkorken, war hier – was den Geschmack angeht – alles perfekt. Da war genug Kohlensäure drin – und auch der Geschmack war nicht getrübt. Mui bueno!

Geschmack: ExzellentKohlensäure: Exzellent
Fazit: Sehr gut!

Das große Fazit:

Wer sich mal etwas Nostalgie oder guten Geschmack gönnen möchte, der sollte ruhig auch mal wieder zur Glasflasche greifen. Natürlich zahlt sich da dann aus, wenn man auch das passende Transportmittel dabei hat. Dann wird das Kistenschleppen nur halb so schlimm. Aber wer einmal auf seinem Sofa zuhause sitzt, und eine Glasflasche in der Hand hält, der weiß, wofür er sich abgemüht hat.

Daumen hoch für die Glasflasche!

Du kennst einen neuen Softdrink - den wir noch nicht getestet haben? Bescheid!